Flying Intervention Team

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Durch die Einführung und kontinuierliche Erweiterung der telemedizinischen Schlaganfallbehandlung sowie durch die Etablierung von Tele-Stroke-Units ist es in Deutschland – insbesondere in ländlichen Gebieten, wie z.B. in Südostbayern – Schlaganfallpatienten eine nahezu flächendeckende, hochwertig-evidenzbasierte Therapie zukommen zu lassen.

 
Neben der bereits seit ca. 20 Jahren etablierten intravenösen Thrombolysetherapie, welche mit telemedizinischer Unterstützung problemlos durchgeführt werden kann, nimmt seit 2015 die neuroradiologisch-interventionelle Behandlung von ischämischen Schlaganfällen mit akuten Verschlüssen von größeren Hirnarterien mittels eines Katheters (auch mechanische Thrombektomie oder endovaskuläre Therapie genannt), deutlich an Bedeutung zu.

Diese kathetergestützten Eingriffe, die bei ca. 10% aller Patienten mit einem akuten ischämischen Schlaganfall notwendig sind, können jedoch nur von hochspezialisierten Neuroradiologen, die in aller Regel an überregionalen Schlaganfall-Zentren in Ballungszentren tätig sind, durchgeführt werden.

Daher müssen Patienten aus ländlichen Regionen, welche diese Behandlung benötigen, derzeit meist trotz ihres kritischen Gesundheitszustandes über teils weite Strecken in diese spezialisierten Zentren verlegt werden. Durch die hierdurch bedingte Zeitverzögerung haben diese Patienten eine höhere Wahrscheinlichkeit, schwere bleibende Behinderungen zurückzubehalten, als diejenigen, die in einem Ballungszentrum und somit in direkter Reichweite eines spezialisierten Schlaganfall-Zentrums leben.

Das Konzept des Projekts ‚Flying Intervention Team‘ (FIT), das ab dem Jahre 2018 innerhalb des TEMPiS-Netzwerkes etabliert wurde, ist es, den Patienten den zeitaufwendigen Verlegungstransport zu ersparen und stattdessen das Interventionsteam schnellstmöglich mit einem dafür bereitstehenden Hubschrauber in die TEMPiS-Kooperationskliniken zu fliegen und den Eingriff dort durchzuführen. Das Interventionsteam besteht aus einem Interventionellen Neuroradiologen und einer/m medizinisch-technischen Radiologie-Assistent/in. Derzeit erfolgt eine Versorgung durch das Flying Intervention Team an 26 von 52 Wochen pro Jahr in der Zeit zwischen 8:00-22:00 Uhr in 14 der TEMPiS-Kooperations-Kliniken. In den Nachtstunden und in den verbleibenden 26 Wochen werden die Patienten in das nächst gelegene Interventionskrankenhaus verlegt.

Auf der Hand liegende Vorteile dieses neuen Versorgungsmodelles sind neben der Möglichkeit einer heimatnahen Behandlung und der Vermeidung des Transportrisikos vor allem die deutliche Zeitersparnis bis zum Behandlungsbeginn.

TEMPiS Flying Intervention Team

tempis-fit

TEMPiS-Zentren

  • München Klinik Harlaching
  • Universitätsneurologie Regensburg

Teilnehmende TEMPiS-Kliniken

  1. Agatharied
  2. Altötting
  3. Bad Tölz
  4. Burglengenfeld
  5. Cham
  6. Dingolfing
  7. Ebersberg
  8. Eggenfelden
  9. Erding
  10. Freising
  11. Landshut>
  12. Mühldorf
  13. Rosenheim
  14. Rotthalmünster
  15. Vilsbiburg


Dieses Projekt wird in Kooperation mit dem Klinikum rechts der Isar durchgeführt.
MRI Klinikum rechts der Isar