Mit der Einführung eines formalen Zertifizierungsverfahrens für Tele-Schlaganfallnetzwerke hat die Deutsche Schlaganfallgesellschaft (DSG) erstmals einheitliche Qualitätsanforderungen für die überregional vernetzte Versorgung definiert. Die bayerischen Netzwerke TEMPiS und STENO sind die ersten, die dieses Verfahren im Jahr 2025 erfolgreich abgeschlossen haben.
Die Zertifizierung bestätigt, dass das TEMPiS-Netzwerk eine strukturierte, standardisierte und qualitativ hochwertige Versorgung in allen angebundenen Partnerkliniken gewährleistet. Grundlage des Verfahrens ist ein umfassender Kriterienkatalog, der Anforderungen an Netzwerkorganisation, telemedizinische Infrastruktur, klinische Abläufe, Personalqualifikation und Qualitätssicherung umfasst. Die Bewertung erfolgte durch unabhängige Auditorinnen und Auditoren der DSG.
Im Rahmen des Audits wurden unter anderem die telemedizinischen Prozesse in den Partner kliniken, die Umsetzung etablierter diagnostischer und therapeutischer Standards sowie die Einbindung der Netzwerkempfehlungen in die lokale Versorgungspraxis geprüft. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Prozessqualität in der Akutphase, der interdisziplinären Zusammenarbeit und den Ergebnissen der netzwerkinternen Qualitätssicherungsinstrumente wie den jährlichen TEMPiS Auditvisiten.
Die erfolgreiche Zertifizierung unterstreicht die Leistungsfähigkeit des Netzwerks und die enge Kooperation zwischen den beteiligten Zentren und Kliniken. Sie bietet zugleich eine Grundlage für die fortlaufende Weiterentwicklung der Versorgungsprozesse und stärkt die bundesweite Sichtbarkeit des TEMPiS Modells als etabliertes Konzept einer qualitätsgesicherten, telemedizinisch-unterstützten Schlaganfallversorgung.

