Netzwerkentwicklung

Aufgrund des Versorgungsgefälles für Schlaganfallpatienten zwischen meist an Großkliniken angesiedelten Stroke Units und regionalen Versorgungskrankenhäusern entstand unter der Leitung von Prof. Roman Haberl, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Harlaching, in einem Kernteam um Prof. Heinrich Audebert, Dr. Johannes Schenkel, Dr. Martin Wimmer und Bruno Stein das TEMPiS-Konzept. Dieses Konzept soll den regionalen Versorgungskliniken die Schlaganfallexpertise überregionaler Stroke Units im Rahmen eines Netzwerkes und mit telemedizinischer Anbindung verfügbar machen. Zusammen mit Prof. Ulrich Bogdahn, Direktor der Klinik für Neurologie der Universität Regensburg, wurde der Plan im Jahr 2002 den Bayerischen Krankenkassen und dem Bayerischen Gesundheitsministerium vorgestellt. Nach der Freigabe durch den Krankenhausplanungsausschuss, Bewilligung einer Förderung im Rahmen der Zukunftsoffensive Bayern sowie einer Forschungsunterstützung durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wurde TEMPiS als „Telemedizinisches Pilotprojekt zur integrierten Schlaganfallversorgung“ im Februar 2003 gestartet.

Durch die engagierte Mitarbeit aller Beteiligten, den Projektteams in den Schlaganfallzentren ebenso wie in den regionalen Kliniken, wurde durch TEMPiS in der Region Süd-Ost-Bayern schnell eine erhebliche Verbesserung der Schlaganfallversorgung erreicht. Die Pilotphase wurde von einer wissenschaftlichen Effizienzanalyse begleitet, an der neben Prof. Audebert Dr. Johannes Schenkel maßgeblich beteiligt war und die Ende 2005 mit dem Ergebnis einer signifikanten Prognoseverbesserung für Schlaganfallpatienten in TEMPiS-Kliniken vorgestellt werden konnte. TEMPiS wurde daraufhin in die Regelversorgung der bayerischen Krankenkassen übernommen und als im Bayerischen Krankenhausplan verankertes Projekt weitergeführt.