Modellcharakter

TEMPiS hat eine über die Versorgung der Schlaganfallpatienten in Bayern in mehrfacher Hinsicht hinausgehende Bedeutung, da

  • die telemedizinische Anbindung innovativ mit einer veränderten Infrastruktur innerhalb der beteiligten Kliniken verbunden ist,
  • die laufenden Kosten erstmals durch die Krankenkassen finanziert werden,
  • die Effizienz hinsichtlich Behandlungserfolg und Kosten intern und extern validiert wurden.

Hier ist insbesondere hervorzuheben, dass TEMPiS nicht nur alleine aus der telemedizinischen Vorstellung des Patienten besteht, sondern das Gesamtkonzept auch den Aufbau der Stroke Units vor Ort mit entsprechender maschineller und personeller Ausstattung (Physiotherapie, Logopädie) vorsieht und eine regelmäßige Ausbildung und Schulung der Ärzte vor Ort durchführt sowie Visiten in den Kooperationskliniken zur Beurteilung der Umsetzung des Konzepts durchführt.

Durch diese Maßnahmen und durch entsprechende wissenschaftliche Auswertungen und Publikationen und Einladung auf Fachkongressen hat TEMPiS inzwischen sowohl national als auch international eine erhebliche Beachtung gefunden. Im Januar 2006 wurde das Netzwerk in die Regelversorgung überführt und heißt seitdem „Telemedizinisches Projekt“ (statt Pilotprojekt). Die Finanzierung erfolgt seitdem alleine durch die Krankenkassen (siehe Projektträger).

Den Modellcharakter unterstreichend wurden mittlerweile, auch basierend auf den Erfolgen des TEMPiS-Projekts, weitere regionale Telemedizin-Netzwerke in Deutschland aufgebaut. Hier sind u.a. die in der Schlaganfall-Versorgung relevanten Netzwerke STENO (Nordost-Bayern), SOS-NET (Ost-Sachsen) und geplante Netzwerke in Brandenburg zu nennen.