TEMPiS-Jahresbericht 2013

In den letzten 12 Monaten wurden für die Zukunft des TEMPiS-Netzwerkes gleich mehrere wichtige Weichen gestellt:

  1. Von mehreren Kliniken in Südostbayern haben uns Anfragen zur Aufnahme in das Netzwerk erreicht. Nach intensiven Diskussionen ist die Entscheidung gefallen, das TEMPiS-Netz im Rahmen der bestehenden geographischen Grenzen wo notwendig enger zu knüpfen. Nach der Anbindung der Kreisklinik Bad Reichenhall in 2011 werden deshalb in 2013 gleich zwei Kliniken neu aufgenommen: das Klinikum Erding zum 1.7.2013 und das Krankenhaus Vilsbiburg im Landkreis Landshut zum 1.10.2013. Zudem laufen derzeit Gespräche mit dem Krankenhaus Rotthalmünster im Landkreis Passau.

  2. Um der stetig steigenden Anzahl an Telekonsilen (4.513 Konsile in 2012) gerecht zu werden haben wir seit Oktober 2012 in den Stunden des höchsten Telekonsilaufkommens einen zweiten Telekonsilarzt etabliert.
  3. Die Verhandlungen mit den bayerischen Krankenkassen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei ist die Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen in Bayern unserem Vorschlag gefolgt, die TEMPiS-Stroke Units im DRG-System über die bestehenden Schlaganfallkomplexcodes und die TEMPiS-Zentren Harlaching und Regensburg außerhalb des DRG-Systems über einen entsprechenden Zuschlag zu finanzieren. Aufbauend auf den getroffenen Vereinbarungen wurden die Kooperationsverträge mit allen Netzwerkkliniken angepasst.

  4. In einem gut besuchten Zukunftsworkshop haben Vertreter aller TEMPiS-Kliniken im Februar 2013 in einer sehr engagierten und konstruktiven Atmosphäre künftige Handlungsfelder für unser Netzwerk identifiziert und bewertet. Die Schwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Weiterbehandlung (inkl. ambulante Rehabilitation und Sekundärpräventionsambulanzen), präklinischer Versorgungskonzepte für Rettungsdienst und Notärzte, Optimierung der internen Information (z.B. Hospitationen für Telekonsilärzte), Öffentlichkeitsarbeit und „TEMPiS als neurovaskuläres Netzwerk“.

  5. TeleVertigo: Ende Januar wurde TEMPiS vom Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit offiziell die Förderung für das Televertigoprojekt überreicht. Die Gesamtsumme beträt 355.000 Euro. Mittels einer neuartigen Brille zur Aufzeichnung und Analyse von schnellen Augenbewegungen soll die Diagnosestellung bei Patienten mit akutem Schwindel erheblich verbessert werden. Näheres hierzu siehe unter Kap. 3.6 Forschungsaktivitäten.

Die durchschnittliche Thrombolyserate ist im Jahr 2012 erneut gestiegen, nämlich auf 15,5% aller ischämischen Hirninfarkte. Die Door-Needle-Zeit liegt in den TEMPiS-Kliniken bei mittlerweile 40 Minuten. Diese Zahlen und die in diesem Jahresbericht detailliert aufgeführten Qualitätsindikatoren für die Schlaganfallversorgung belegen die sehr hohe Versorgungsqualität in den TEMPiS-Kliniken.

Mit dem vorliegenden Jahresbericht geben wir Ihnen einen detaillierten Überblick über die Schlaganfallversorgung in den nun 17 Kliniken des TEMPiS-Netzwerkes sowie die netzwerkübergreifenden Fortbildungsmaßnahmen und Publikationen. Dem Engagement und der Fachkompetenz aller Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Für das TEMPiS-Netzwerk

Dr. Peter Müller-Barna
für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin
Klinikum Harlaching
Städtisches Klinikum München GmbH

im September 2013

Dr. Sandra Boy
Neurologische Klinik und Poliklinik
der Universität Regensburg
am Bezirksklinikum

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