TEMPiS-Jahresbericht 2011

Das Jahr 2011 stand für das Schlaganfallnetzwerk TEMPiS im Zeichen der Konsolidierung und weiteren Optimierung der Versorgungsqualität. Höhepunkte dieses Prozesses waren die Zertifizierungen der Schlaganfallstationen in der Klinik Mühldorf und der Rottal-Inn-Kliniken Eggenfelden als telemedizinisch vernetzte Stroke Units („Tele-Stroke Units“), mit denen die Deutsche Schlaganfallgesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe den beiden Kliniken die hohe Qualität ihrer Schlaganfallversorgung bestätigt hat. Die Zertifizierung beider Schlaganfallstationen erfolgte nach einer eingehenden Begehung sowohl der beiden TEMPiS-Kliniken als auch der Beratungszentren in Regensburg und Harlaching mit einer sehr positiven Rückmeldung über die kompetente und gut organisierte Schlaganfallversorgung durch die Auditoren.

Es gab aber auch eine strukturelle Veränderung im Netzwerk. Nach eingehender Diskussion ist das Klinikum Landshut zur Jahresmitte aus TEMPiS ausgeschieden. Übernommen hat den frei gewordenen Platz die Kreisklinik Bad Reichenhall. Im Landkreis Berchtesgadener Land gab es bisher keine spezialisierte Schlaganfallakutversorgung, so dass mit dem Aufbau der Schlaganfallstation (Stroke Unit) in der Kreisklinik Bad Reichenhall die Versorgung der Schlaganfallpatienten in der südöstlichsten Region Deutschlands erheblich verbessert wurde.

Durchschnittlich versorgte in 2011 – unverändert zum Vorjahr - jede TEMPiS-Klinik 440 Schlaganfallpatienten. Die Versorgungsqualität in den TEMPiS-Kliniken findet auf hohem fachlichen Niveau statt. Sehr gut lässt sich dies an den anerkannten Qualitätsindikatoren für die Schlaganfallversorgung ablesen, die in den TEMPiS-Kliniken auf dem gleichen hohen Niveau liegen wie in den Stroke Units der großen Kliniken mit Hauptabteilung Neurologie. Die durchschnittliche Thrombolyserate lag letztes Jahr wiederum bei sehr guten 13,4% aller ischämischen Hirninfarkte. Die Door-Needle-Zeit liegt in den TEMPiS-Kliniken bei mittlerweile 43 Minuten. Dies ist eine auch im internationalen Vergleich hervorragende Zeit.

Die Inanspruchnahme des Telekonsildienstes ist im Vergleich zu den Vorjahren nochmals erheblich angestiegen: auf 4.035 Konsile im Jahr 2011. Dieser Anstieg steht vor dem Hintergund der verschärften Anforderungen an die Abrechnung des Komplexcodes für die telemedizinische Schlaganfallbehandlung, die nunmehr eine umgehende teleneurologische Untersuchung nach Krankenhausaufnahme bei jedem Schlaganfallpatienten fordert.

Mit dem vorliegenden Jahresbericht geben wir Ihnen einen detaillierten Überblick über die Schlaganfallversorgung in den 15 Kliniken des TEMPiS-Netzwerks sowie die netzwerkübergreifenden Fortbildungsmaßnahmen und Publikationen. Dem Engagement und der Fachkompetenz aller Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Für das TEMPiS-Netzwerk

Dr. Peter Müller-Barna
für Neurologie - Klinikum Harlaching

im September 2012

Dr. Sandra Boy
Klinik Universitätsneurologie Regensburg

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